Real- und Finanzwirtschaft – Hund und Herrchen?

Bevor ich mich, nach erfolgter Grundsteinlegung (s. obige Beiträge), mit der Ethik an Finanzmärkten beschäftige, möchte ich an dieser Stelle einen Einblick in die historische Entwicklung des Verhältnisses von den Finanzmärkten bzw. der Finanz- zur Realwirtschaft geben. Zu diesem Zweck führe ich an dieser Stelle den Begriff der Finanztiefe ein, der als „Summe weltweiter Schulden plus weltweiter Werte der Aktien von Unternehmen geteilt durch die […] Summe der Bruttoinlandsprodukte der Nationen“ (vgl. Spremann & Gantenbein, Finanzmärkte, 2017, S. 80) definiert ist. Ist diese Kennzahl kleiner als eins, so bedeutet dies, dass die globale Wirtschaftsleistung größer ist als die weltweit bestehenden finanziellen Positionen und damit die Realwirtschaft als dominant gegenüber der Finanzwirtschaft betrachtet werden kann. Je größer die Finanztiefe ist, desto stärker ist die Finanz- im Vergleich zur Realwirtschaft. Im Jahr 2016 war die Finanztiefe beispielsweise größer als vier, was bedeutet, dass die „globalen Finanzmärkte heute viermal so groß sind wie die weltweite Realwirtschaft“ (vgl. Spremann & Gantenbein, Finanzmärkte, 2017, S. 80).      

Wie bereits mehrfach dargestellt, stand die Finanzwirtschaft in ihren Ursprüngen im Dienst der Realwirtschaft. Sie sollte ihr dabei helfen, Güter und Dienstleistungen für die Bedürfnisse der Menschen zu produzieren. Dies war beispielsweise zu Zeiten der industriellen Revolution der Fall. Alle Finanzaktivitäten waren realwirtschaftlich motiviert und förderten die Produktion von realen Gütern. Die Finanztiefe war entsprechend kleiner 1. Finanzakteure wie Banken und Aktionäre wurden aufgrund des Bedarfs an Eigen- und Fremdkapital begrüßt und Aktiengesellschaften wurden beispielsweise zur einfacheren Eigenkapitalbeschaffung gegründet. Es bestand weithin Konsens darüber, dass Kapital etwas kostete, d.h. Kapitalgebern Rendite einbrachte. Finanzkontrakte wurden nicht um ihrer selbst willen geschlossen. Auch der Souverän machte sich die Finanzwirtschaft zu Nutze, zum Beispiel durch die Ausgabe von Staatsanleihen zur Finanzierung von Eisenbahnstrecken um 1870 herum (vgl. Spremann & Gantenbein, Finanzmärkte, 2017, S. 82).    

Im Zuge der immer stärker werdenden Vernetzung der globalen Wirtschaft und dem aufkommenden Wachstumsdogma stieg in der Konsequenz im Verlauf des 20. Jahrhunderts auch der Bedarf an Finanzkapital, das zur Produktion von Gütern benötigt wurde. Aufgrund der Globalisierung wurden neben kaufmännischen Risiken auch zunehmend globale Zins- und Währungsrisiken evident. Hieraus ergab sich, dass komplexere Finanzinstrumente wie Derivate entwickelt wurden und an Bedeutung gewannen. Die Volumina finanzieller Transaktionen stiegen in allen Bereichen an. Bedingt durch diese Entwicklung begannen die Akteure der Finanzwirtschaft, ihre eigene, selbständige Wirtschaft aufzubauen. Sie entdeckten vermehrt die Möglichkeit mit Finanzkontrakten lukrative Erträge zu erwirtschaften und begannen, die Finanzmärkte unabhängig von der Realwirtschaft weiterzuentwickeln. Die ersten reinen Finanzhändler und Spekulanten betraten den Markt, für die die Kapitalrendite eines Investments einen Selbstzweck darstellte und es entstanden immer neuere Produkte, die sich vermehrt auf rein finanzielle Positionen bezogen, die mit der güterproduzierenden Wirtschaft in keinem Zusammenhang standen. Kurzum: Realwirtschaftliche Gründe für Transaktionen am Finanzmarkt wurden seltener, wobei sie dennoch zu dieser Zeit dominant blieben. Die Mentalität der auf beiden Teilmärkten agierenden Personen entwickelte sich in dieser Phase in unterschiedliche Richtungen. Unternehmer der Realwirtschaft nahmen eine langfristig ausgerichtete Perspektive ein, die ein positives Bild der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung zeichnete und damit langjährige Investitions- und Produktionstätigkeiten begründete. Sie besaßen einen zwar vorsichtigen aber grundlegenden Optimismus. Finanzinvestoren hingegen orientierten sich kurzfristig und konzentrierten sich darauf, möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen, wobei die Richtung der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung in den Hintergrund trat. Ihr Bild der Zukunft war demnach ein Sprunghaftes. Der österreichische Nationalökonom und Politiker Joseph Schumpeter beschrieb die zweite Phase des Verhältnisses der Real- zur Finanzwirtschaft mit der Metapher eines Herrn, der erstere symbolisiert, der mit seinem Hund, der Finanzwirtschaft, spazieren geht. Während der Herr in ausgeglichenem Tempo und bedacht seinen Weg in Richtung des Ziels verfolgt, befindet sich der Hund aufgrund seiner hohen Reaktionsgeschwindigkeit und Impulsivität mal hinter und mal vor dem Herrn. Wichtig ist jedoch, dass, obwohl es zwischenzeitlich Abstände zwischen Herr und Hund gibt, beide miteinander verbunden sind und an dasselbe Ziel, zum Beispiel im Café, ankommen, was für eine „längerfristig gültige Identität“ (vgl. Spremann & Gantenbein, Finanzmärkte, 2017, S. 84) steht. Trotz der teilweise auftretenden Inkongruenzen, dominierte die Realwirtschaft in dieser Phase weiterhin und hatte keine Einengung durch die Finanzwirtschaft zu befürchten. Dies lässt sich unter anderem an der Finanztiefe ablesen, die 1980 bei 1,2 und 1990 bei 1,95 (Vgl. Nida-Rümelin, Die Optimierungsfalle, 2015, S. 139) lag und damit auf einem mittleren, für das ursprünglich wirtschaftliche Ziel vertretbaren Niveau (vgl. Spremann & Gantenbein, Finanztiefe und Wirtschaftswachstum, 2016, S. 1206). 

Bereits 10 Jahre später, im Jahr 2000, lag diese Kennzahl schon bei 2,93 und damit deutlich über zwei, wodurch die dritte Phase des Verhältnisses von Finanz- und Realwirtschaft gekennzeichnet ist, in der wir uns auch heute befinden. Durch das Verstärken der Entwicklungen der zweiten Phase, die durch weitere Deregulierungsmaßnahmen politisch angetrieben wurden, weist die Finanzwirtschaft inzwischen einen extrem hohen Entwicklungsstand auf und eine partnerschaftlich gleichberechtigte Entwicklung zwischen beiden Zweigen oder sogar ein gemeinsamer Weg ist nur noch schwerlich erkennbar. Wie beschrieben, lag die Finanztiefe 2016 sogar bei über 4 und es hat sich inzwischen der Eindruck verfestigt, dass die Finanzwirtschaft wichtige ökonomische Beschlüsse dominiert und sich die Realwirtschaft an ihr orientiert. Neben den weiter oben angesprochenen Entwicklungen in Bezug auf Markt und Politik werden zum Beispiel auch unternehmerische Ziele und Überlegungen heutzutage kontinuierlich von Finanzanalysten begutachtet, deren Bewertungen Auswirkungen auf das Fremd- und Eigenkapital des jeweiligen Unternehmens haben können. Bemerkenswertes Beispiel für diesen Sachverhalt ist der Kursverfall der Tesla Aktie um 9 % am 17. August 2018 aufgrund der Mitteilung, dass das Unternehmen sich wegen der Überbelastung von Firmenchef Elon Musk nach einem Vizechef umsieht. Zumindest in weiten Teilen der Welt hat die Finanzwirtschaft heute also eine „kraftvoll[e] und dominant[e]“ (vgl. Spremann & Gantenbein, Finanzmärkte, 2017, S. 80) Wirkung auf die Realwirtschaft. Ich werde diese Konstellation noch einmal genauer diskutieren, da sie mit Blick auf eine Wirtschaft, die den Bedürfnissen der Menschen dienen soll, offenkundig kritikwürdig ist. 

Entwicklungen des Verhältnisses zwischen Finanz- und Realwirtschaft – vgl. Spremann & Gantenbein, Finanzmärkte, 2017, Kapitel 4.

Wir befinden uns also aktuell in der dritten Phase des Verhältnisses zwischen Finanz- und Realwirtschaft und es bleibt an der Gesellschaft und letztlich der Politik, zu bestimmen, wie sich die Finanztiefe in der Zukunft entwickeln soll. Es ist auch Anliegen dieses Blogs hierfür unterstützende Diskussionsbeiträge zu liefern.

Die historische Entwicklung zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass das über die Jahrhunderte etablierte Wachstumsdogma, die Globalisierung und der bedeutende technologische Fortschritt dazu geführt haben, dass sich die realwirtschaftlichen Produktionsvolumina immer weiter erhöhten. Der damit einhergehende gesteigerte Finanzierungsbedarf sowie neuartige Risikotypen führten zu zunehmend lukrativen, rein finanziell getrieben Transaktionen und steigerten entsprechend die Bedeutung der Finanzwirtschaft. Zwei weitere Gründe, die zur heutigen Vormachtstellung der Finanzmärkte führten sind zum einen der Wunsch nach Liquidität bzw. Fungibilität des bereitgestellten Kapitals und die Ermöglichung einer breiten Anlagediversifikation.

Abschließend eine kurze Zusammenfassung der Funktionen der Finanzmärkte (s. https://philosophy.finance.blog/die-finanzmarkte/). Zunächst bewältigt diese Institution die Aufgabe der Kapitalallokation, d.h. der Intermediation und Vermittlung von Kapitalgebern und Kapitalverwendern. Hierdurch entstehen sogenannte finanzielle Positionen, die auf den Finanzmärkten gehandelt werden. Neben der Funktion der Bereitstellung eines Handelsplatzes, können finanzielle Instrumente dazu verwendet werden, Finanzrisiken gezielt zu steuern. Finanzmärkte allokieren also Kapital und Risiken. Nicht zuletzt erfüllen die Preise an diesen Märkten einen Informationsauftrag, da der Preis eines Finanzinstruments als Schnittmenge der Einschätzungen aller Marktteilnehmer über die Zukunft gesehen werden kann. 

Sozialer Kapitalismus!

An dieser Stelle möchte ich kurz auf folgendes Buch hinweisen, das unter anderem kürzlich den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2019 gewann.

Ein hochempfehlenswertes Werk, das versucht, auf der theoretischen Grundlage des Kommunitarismus in Kombination mit den Ideen von Adam Smith und David Hume mittels einer pragmatischen Herangehensweise eine Gesellschafts- und Wirtschaftsform für die globale Zukunft zu entwickeln.

Ein paar interessante, animierende Zitate:

„Die Zukunft unserer Gesellschaften hängt davon ab, den Kapitalismus zu reformieren, nicht davon, ihn zu überwinden.“

„Während die neuen Ideologien der Linken und der Rechten sich als diametrale Gegensätze präsentierten, war ihnen gemeinsam, dass sie die individuellen Rechte und das Leistungsprinzip betonten: Die moralische Verdienstelite der Linken konkurrierte mit der produktiven Leistungselite der Rechten.“

„Als Volkswirt habe ich gelernt, dass dezentraler, marktgestützter Wettbewerb – der Kern des Kapitalismus – der einzige Weg ist, um Wohlstand zu schaffen.“

„Auch der Homo Socialis ist rational – ein Nutzenmaximierer – aber er zieht nicht nur aus dem eigenen Konsum, sondern auch aus der Wertschätzung anderer einen Nutzen.“

„Die Sozialpsychologie hat auch Smiths These bestätigt, wonach sittliches Verhalten auf Werten, nicht auf Vernunftgründen beruht.“

„Der Populismus bietet das kopflose Herz, die Ideologie den herzlosen Kopf.“

Fundamentals

Damit ich meine Argumente verständlich ausführen kann, ist es unablässig, die zu verwendenden Kernbegriffe einzugrenzen und klar zu definieren. Dabei geht es nicht nur um eine bloße Identifikation eines Begriffs mit einem Sachverhalt, sondern auch um eine tiefergehende Analyse. Hierbei ist es besonders wichtig, eine Abgrenzung vorzunehmen, die potenzielle Unterschiede zu verwandten Begriffen herausstellt. Außerdem muss, im Falle von Mehrdeutigkeiten, klarwerden, in welchem Sinn der jeweilige Ausdruck verwendet wird. Ziel ist das begriffliche Fundament einer schlüssigen Argumentation, die sich dadurch auszeichnet, dass die Argumente logisch gültig sowie definit, d.h. klar und konsistent, und die Prämissen wahr sind.

Vor diesem Hintergrund möchte ich hiermit auf die oben verlinkten grundlegenden Beiträge verweisen:

  1. Moralphilosophische Grundbegriffe
  2. Ökonomische Begriffe und Zusammenhänge
  3. Ideengeschichte
  4. Die Finanzmärkte

Um wichtige Punkte der Beiträge 1 und 2 kurz zusammenzufassen, lässt sich festhalten, dass es verschiedene Konzepte über Verteilungsgerechtigkeit gibt und die normativen Kriterien dieses Blogs stark egalitär beeinflusst sind. Das Ziel der Wirtschaft liegt darin, Güter zu produzieren, die der Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse dienen. Sie lässt sich in Real- und Finanzwirtschaft aufteilen, wobei letztere im ursprünglichen Sinn eine Unterstützung für realwirtschaftliche Produktionsvorhaben darstellt. Dieses Verhältnis hat sich allerdings in den letzten Jahren stark umgekehrt. Die dominante Wirtschaftsordnung ist heutzutage die Marktwirtschaft, für die unterschiedliche moralisch motivierte Konzepte darüber existieren, ob und wie der Staat in die Marktmechanismen eingreifen soll. Insbesondere in einer kapitalistischen Wirtschaft, die als Spezialform einer Marktwirtschaft zu sehen ist, herrscht ein starkes Konkurrenzdenken, das Unternehmen zu ausgeprägten Gewinnmaximierungsstrategien treibt. Vor dem Hintergrund des menschendienlichen Ziels der Wirtschaft können aufgrund dieses Sachverhalts Spannungen entstehen, die im Konflikt von sozialen und moralischen Ansprüchen und kapitalistischem Wirtschaften bestehen.

Aufgabe der Ausführungen dieses Blogs ist es entsprechend, diese genauer zu identifizieren und im Idealfall Diskussionsbeiträge bezüglich einer Lösung zu liefern.

Das Oxymoron der moralischen Finanzwirtschaft

„Wovon soll der Start Deines Blogs denn handeln?“
„Über Ethik in der Finanzwirtschaft.“
„Da gibt es doch gar nichts zu schreiben.“

In dieser oder vergleichbarer Art und Weise verliefen in letzter Zeit einige meiner Konversationen. Ethik und Finanzwirtschaft sind für viele zwei Begriffe, die nichts miteinander zu tun haben und sich vermeintlich sogar ausschließen. Da ich beruflich in der Finanzbranche tätig und gleichzeitig darauf bedacht bin, in meinem Verhalten moralische Aspekte zu berücksichtigen, liegt das Anliegen dieser ersten Beiträge des Blogs darin, herauszuarbeiten, dass es zu diesem Thema sehr wohl einiges zu schreiben gibt und dass Ethik und Finanzwirtschaft keine grundsätzlich gegenläufigen Themengebiete, sondern lediglich momentan defizitär miteinander verknüpft sind. Meine grundlegende These lautet entsprechend, dass diverse Entwicklungen an den Finanzmärkten, als Symbol der Finanzwirtschaft, in Konflikt mit moralischen Grundprinzipien stehen und diese Konflikte mittels eines individualethischen und ordnungspolitischen Ansatzes reduziert bzw. verhindert werden können.

Insbesondere im Nachgang des Zusammenbruchs der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 und seit dem Beginn der globalen Finanzkrise wird in vielen medialen sowie privaten Diskussionen die Meinung vertreten, dass Finanzmärkte notwendigerweise unsoziale Institutionen sind, in denen zusätzlich unmoralische, gierige, eigennützige, überbezahlte Personen arbeiten, die sich nicht für andere Gesellschafts- schichten und das Gemeinwohl interessieren. So schrieb zum Beispiel die Financial Times erst kürzlich: „Bankers are paid the earth for socially useless activities, taxpayers fund large state subsidies in the shape of too-big–to-fail guarantees, and clever young mathematicians create new, dangerously obscure instruments to keep trading rooms busy” (vgl. Stephens, 2018). In meinen Augen ist diese Darstellung zu wenig reflektiert und einseitig. Die Diskussion um die Finanzwirtschaft wird meines Erachtens zu dichotom im Sinne eines Schwarz-Weiss-Schemas geführt. In meinen Augen ist es deshalb von Nöten, eine differenziertere Diskussion zu führen.

Die große Anzahl der Finanzmarktakteure und der erhebliche finanzwirtschaftliche Anteil am Bruttosozialprodukt sowie die direkte Abhängigkeit der Staatsgewalt von der Finanzwirtschaft als Schuldner (vgl. Mayntz, 2014) zeigen, dass finanzwirtschaftliche Einflüsse allgegenwärtig sind und letztlich auch die gesamte Gesellschaft betreffen. In einer höchst negativen Form konnte man dies bereits bei der politischen Bewältigung der Finanzkrise beobachten. Beispielswiese wurden Finanzierungsbedarfe in Großbritannien nur geringfügig durch Steuererhöhungen für Topverdiener und mehrheitlich durch die Kürzung von öffentlichen Ausgaben gedeckt (https://www.theguardian.com/business/2013/mar/31/80-20-tax-spending-plan). Nicht nur betreffen derartige Maßnahmen die gesamte Bevölkerung, sondern sie belasten auch die unteren Schichten am stärksten, da diese sie am wenigsten kompensieren können. Die daraus resultierende Wahrnehmung, dass die Profite im privaten Finanzsektor innerhalb dieses Systems bleiben, während Risiken vergemeinschaftet werden, führte meines Erachtens letztlich unter anderem auch zu dem Aufstieg von Populisten und Nationalisten wie Donald Trump, der aktuellen italienischen Regierung oder dem Ergebnis des Brexit-Votums.

Aufgrund dieser, in meinen Augen besorgniserregenden, politischen Konsequenzen sowie evidenter Verstöße der Finanzwirtschaft gegen moralische Grundprinzipien ist es mir ein Anliegen, einen Beitrag zu dem Mehrwert zu leisten, der in der Unterstützung der „politischen und gesellschaftlichen Aufgabe“ liegt, „Märkte so zu gestalten, dass die normative Bilanz positiv ist“ (vgl. Herzog & Honneth, 2014, S. 378). Die normative Bilanz soll dabei neben ökonomischen vor allem auch ethische Aspekte berücksichtigen. Ich beabsichtige, mich also insbesondere in nicht-ökonomischer Weise auf die Finanzmärkte zu beziehen, ohne dabei jedoch ihr wirtschaftliches Potenzial, ihre Funktion und Zweckdienlichkeit aus den Augen zu verlieren. Letzlich hoffe ich, dass ich mit diesen Beiträgen Wege skizzieren kann, die die Achtung moralischer Grundprinzipien in der Finanzwirtschaft verstärken und zu einem besseren Finanzsystem führen. Die Benennung dieses Ziels ist letztlich auch der Grund, weshalb viele meiner Konversationen um das Thema dieses Blogs mit den folgenden Worten des Gegenübers enden:

„Ach, das klingt aber spannend. Kann ich mir fast nicht vorstellen. Ich bin mal gespannt, ob Du mich überzeugen kannst!“

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